Ein unabhängiges Gutachten hat nun bestätigt, was viele bereits geahnt hatten: Beliebtester Neuberliner des Jahres 2007 bin nicht ich, sondern
Knut, der kuschelige Eisbär. Wie man es dreht und wendet: Man kann in der Hauptstadt keine drei Meter gehen, ohne über Knuts keckes Konterfei zu stolpern. Die Boulevardpresse dokumentiert akribisch jedes Bäucherchen und jede Darmbewegung des putzigen Fellknäuls, nebem dem Zoo bietet ein findiger Geschäftsmann den “Original Gips-Knut” für 29,95, das Standesamt Berlin-Lichtenfeld verkündete unlängst eine Steigerung des Namens Knut bei Geburten um 80.000% und jeder Kiosk, jede Pizzeria und jede Wäscherei demonstriert mit einem der vielfältig erhältlichen Poster ihr offenes Bekenntnis: Sind wir nicht alle ein bißchen Knut?
Damit die unendliche Vermarktungskette im Zeichen der Knutmania nicht abreißt, fordern nun erste Tierschützer den Einsatz von Wachstumshemmern. Frank Zander, der alte Fuchs, springt auf den Vermarktungszug auf, und bringt demnächst eine neue Single mit dem Titel “Hier kommt Knut” heraus – schiere Brillianz, mit der Veränderung nur eines Konsonanten einen unsäglichen Uraltsong, auf den keiner gewartet hatte, noch einmal unters Volk zu bringen.Knut hat nicht nur seinen eigenen Blog im Tagesspiegel, er bekommt auch demnächst seinen eigenen Mittagstalk und ist bereits als Reporter für die “Wetten, dass..”-Außenwette im Gespräch. Doch auch ein Wechsel in ein anderes Metier ist laut Knuts Sprecher “nicht ausgeschlossen”: Energie Cottbus hat Interesse an einer Verpflichtung des aufstrebenden Stars angemeldet (”Eine mögliche Option für unser Mittelfeld”) und auch aus dem Ausland kommen die ersten Angebote. Wir dürfen gespannt sein.




