Ich habe tagelang mit dem Gedanken verbracht, einen Artikel über das unglaubliche, fast unheimliche Pech des HSV zu schreiben. Ich hatte ein paar wirklich böse Phrasen im Kopf, wie zum Beispiel dass die Rothosen ihrer Tragödie immer weitere kitschige Stilelemente hinzufügen, und dann stand der Satz zwei Tage später zwanzigmal besser im Spiegel. Das kommt davon, wenn man zu langsam denkt. Aber das ist ein anderes Thema.
Wie gesagt: Auf gut Deutsch, der HSV macht mich fertig. Dieses unheimliche, was den Verein im Moment umgibt. Aller tiefempfundener und jahrelanger gehegter Antipathie zum Trotz: Man erstarrt fast vor Grusel. Du spürst: Was dort passiert, hat nichts mehr mit Dummheit zu tun. Das ist nichts, auf das die Spieler noch Einfluß haben. Das ist Gläserrücken, vielleicht sogar Voodoo. Als habe der HSV die sprichwörtliche Pest diese Saison, und man kann nur entgeistert zuschauen, wissend, dass sich alle ihrem Schicksal ergeben haben.
Jetzt ist das Gewicht von mir gewichen, denn mein lieber Jens Kirschneck hat alles, was gesagt werden kann, nun wundervoller und melancholischer niedergeschrieben, als ich es je könnte. Ich wünsche Euch viel Spaß damit. Und weil ich jetzt bei jedem Spiel darauf achte, wie er sich wohl macht, möchte ich Euch hier Besart Berisha ans Herz legen. Bei so vielen guten Wünschen klappt’s ja vielleicht am Samstag mal mit der neuen Torlatte.




